Kommentar Zum Polizeieinsatz vor der LMU

Deutlich wurde gestern auch, wie sehr bei der Polizei München mit zweierlei Maß gemessen wird. Wäre die Kundgebung bspw. von der AfD angemeldet worden, wäre die Situation eine ganz andere:

1. Gitter statt frei zugänglichem Kundgebungsgelände
2. Eine Hundertschaft inklusive Beweissicherungseinheit statt zwei Streifenpolizist*innen
3. Sofortige Platzverweise für die störenden Neonazis alias L. Bals und Co. statt freiem Zugang auf das Universitätsgelände
4. Feststellung der Personalien statt passivem Zuschauen, wenn drei Nazis auf Antifaschist*innen einschlagen.
5. Pfeffer, Schlagstockeinsatz und Festnahmen statt Polizeikette zum Schutz der Nazis

Vielmehr wurde von Seiten der Polizei versucht, Aktivist*innen einen Platzverweis zu erteilen, nachdem die rechten Störer in Richtung U-Bahn abgedrängt worden waren. Aktivist*innen wurden angegangen, als sie versuchten Filmaufnahmen zu machen. Transparente der Antifaschist*innen sollten beschlagnahmt werden. Das sonst übliche Verhalten der Münchner Polizei trat wieder einmal deutlich zu Tage.

Es ist wirklich erschreckend wie blind die Polizei München auf dem rechten Auge ist und wie die jahrelange Sozialisierung und fehlende Information über szenebekannte Faschisten dazu führt, dass Repression grundsätzlich gegen Antifaschist*innen gerichtet sind und Polizist*innen keine Ahnung haben, wen sie da eigentlich vor sich haben.

Sie fragen sich allen Ernstes noch, warum Antifaschist*innen ihr Gesicht verstecken? Kleiner Hinweis: sie möchten von diesen Nazis, die sich hier in München offensichtlich frei bewegen können, nicht erkannt werden. Selbstschutz geht immer vor und gestern zeigte sich, wie lange es dauern kann, bis die Münchner Polizei da ist, um linke Aktivist*innen zu schützen. Über 20 Minuten.

Die Polizei ist nicht unser Freund und sie ist auch nicht unser Helfer – sie hat sich gestern zum Instrument von gewaltbereiten Neonazis gemacht.