Leonardo Henrichsen (29. Mai 1940 – 29. Juni 1973) war Kameramann und Journalist und im Jahr 1973 for Sveriges Television , das öffentliche schwedische Fernsehen zusammen mit deren Chefkorrespondent Jan Sandquist in Chile tätig um über die politische Situation dort zu berichten. Diese war gekennzeichnet durch gewaltsame Versuche die demokratisch gewählte Regierung von Präsident Salvador Allende zu stürzen.

Nachdem Henrichsen bereits über mehrere Coups gegen die Regierung berichtet hat, darunter über den großen Streik der Transportunternehmen im Oktober 1972 wurde er am Morgen des 29. Juni Zeuge eines erneuten Putsch Versuchs, bekannt unter dem Namen Tanquetazo .

Henrichsen begann sofort damit den Angriff der reaktionären Militäreinheiten auf den Präsidentensitz La Moneda Palace in Santiago de Chile zu filmen. Dabei erfasste er eine Gruppe von Soldaten unter dem Befehl von Corporal Héctor Bustamante Gómez die umstehende Anhänger der Regierung, die sich den Putschisten in den Weg stellten unter Beschuss nahm. Als Corporal Héctor Bustamante Gómez bemerkte, dass eine Kamera auf ihn und seine Leute gerichtet war gab er Schüsse aus seiner Pistole auf Henrichsen und Sandquist ab und forderte seine Männer auf ebenfalls auf die beiden Journalisten zu schießen. Einer dieser Schüsse traf Henrichsen der darauf, immer noch die laufende Kamera haltend zusammenbrach und starb.

Der deutsche Liedermacher Wolf Biermann erinnert mit seinem Lied „Ballade vom Kameramann “ an Henrichsen.


Dieser letzte Film von Henrichsen ist ein einzigartiges Dokument und auch wenn der Vorfall jetzt 43 Jahre zurück liegt, sind Angriffe auf Journalisten heute weiterhin eine traurige Realität. Ein Report der UNESCO aus dem Jahre 2015 berichtet von über 700 getöteten Journalisten weltweit seit dem Jahr 2006. Auch wenn die große Mehrheit dieser Fälle weitab von Europa passiert sind, so bedeutet das nicht in Europa wäre die Pressefreiheit und die Sicherheit von Journalisten garantiert wie neueste Erkenntnisse z. B. von  Reporter ohne Grenzen zeigen.

Und gerade durch das Aufkommen der neuen und das wieder erstarken der alten rechten Bewegungen haben die Angriffe auf Journalisten in der BRD einen neuen, traurigen Höhepunkt erreicht. Dies hat dazu geführt, dass sich die BRD in der Rangliste der Pressefreiheit 2016 um vier Plätze verschlechtert hat.

Darum sollten wir am 43. Jahrestag der brutalen Ermordung von Leonardo Henrichsen nicht nur ihm, sondern aller Journalisten gedenken die in der Ausübung ihres Berufes getötet wurden.

Und noch wichtiger, wir sollten aufstehen gegen jede Art von Angriffen auf die Presse und die Informationsfreiheit. Gute journalistische Arbeit ist einer der wesentlichsten Pfeiler einer freien und demokratischen Gesellschaft. Ohne sie kann weder Demokratie noch Freiheit lebendig sein.

 

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